Begeisterungsstürme gehen durch Leitartikel der deutsche Presse: “Von der Leyens Idee mag zwar unorthodox sein , aber wenn jemand eine bessere Idee hat, der möge sich melden.” So schallt es mit großen schwarzen Lettern.
Das man die Verkäufe an Jugendliche kontrolliert, mag einleuchten; auch das debattiert wird ob man jugendliche “Aushilfspolizisten” einsetzen soll, ist in meinen Augen durchaus demokratisch. Nur geht es mal wieder an der wesentlichen Tatsache vorbei: der gesellschaftlichen Realität.
Jeder der selbst mal Jugendlicher war und ein gewisses Interesse an etwas hatte, weiss wie er getrickst hat um an die Dinge heran zu kommen, die Erwachsene ihm vorenthalten wollten. (Das überrascht doch jetzt keinen, oder?) Das war bei mir genauso und das weit bevor es Internet an jeder Ecke gab.
Auch auf dem Schulhof und unter Freunden wird getauscht, was keiner haben darf: vom verbotenen Spiel bis zum Video. Dort waren es nicht die Verkäufer die nicht aufgepasst hatten sondern : die Eltern. Liegt unter Papas Bett doch der Porno und im Schrank des Bruders das Spiel ab 18.
Bevor Sie jetzt nach der Aufsichtspflicht der Eltern schreien: heute wo bei dem heutigen Einkommen einer “normale” Familie beide Elternteile arbeiten müssen um eine Familie einigermassen über die Runden zu bringen, wer passt da auf ? Oma? Wenn man Glück hat… Leider sind Schlüsselkinder immer noch kein Relikt der Vergangenheit.
Und wie das Beispiel einer Berliner Schule vor kurzem zeigte – ist auch kein Geld da um genügend Lehrer an Ganztagsschulen zu gewährleisten. Wobei Geld auch generell ein Problem bei Schulen ist. Also ist das liebe Kind doch mal wieder früher zuhause.
Und es gab und gibt es sicherlich unter Jugendlichen IMMER Jemanden der Jemanden kennt, der dir alles besorgen kann… für Geld versteht sich. Auch das kenne ich noch aus meiner Schulzeit.
Eine bessere Idee ? Nun die muss ich schuldig bleiben – doch ich bin mir sicher ich das hier wieder mal am falschen Ende gebohrt wird. Mir bleibt nur der Hinweis : solange die Eltern immer weniger Zeit haben für ihre Kinder und Schulen und Ihre Lehrer stiefmüttlich behandelt werden – lassen unsere Politiker zwei der wichtigsten Faktoren im Schutz der Jugendlichen aus den Augen.